Von Eva bis Amy

Frauen im Judentum

Jüdische Woche Dresden 2023

Die Rolle der Frau im kulturellen Judentum hat sich stark gewandelt. Waren ihre Aufgaben ab der Antike noch auf die familiäre Sphäre beschränkt, gab es auch da schon Ausnahmen wie die Prophetin Miriam, die als Musikerin und Tänzerin bekannt war und eine wichtige Rolle beim Exodus des jüdischen Volkes spielte.

Im 19. und 20. Jahrhundert traten immer mehr jüdische Frauen als Künstlerinnen und Intellektuelle hervor. Bekannte Beispiele sind die Philosophin, Rosa Luxemburg, die politische Theoretikerin Hannah Arendt, die englische Schriftstellerin Grace Aguilar oder die israelische Sängerin und Songwriterin Chava Alberstein. Ihre Beiträge bereicherten das kulturelle Judentum, doch bestehen weiterhin Herausforderungen in Bezug auf Sichtbarkeit und Anerkennung von Frauen. Eine Gleichstellung und Chancengleichheit sind heute von essenzieller Bedeutung bei der Entwicklung moderner jüdischer Identitäten.

Geschäftsführerin Cornelia Vranceanu erklärt: „Die Frauen des Festivals agieren jedoch nicht nur auf der Bühne, sondern auch in der Organisation der Jüdischen Woche. Vom Vereinsvorstand über die Führung der Geschäfte bis zu unseren vielen ehrenamtlichen Helferinnen sind es die Frauen, die der Jüdischen Woche eine eindeutig weibliche Ausrichtung geben.“

Die Jüdische Woche Dresden nimmt sich deshalb dieses Themas an und eröffnet das Festival mit dem Ensemble Canelle, welches Schlager und Chansons der 1920er Jahre interpretiert. Weibliche Identitäten, wie die der Mutter, Tochter, Schwester, Geliebten, Muse, Femme Fatale bis hin zur Babuschka werden von der großartigen Sängerin Karolina Trybała musikalisch gefeiert. Diese Lieder hat schon das Publikum zwischen den zwei Weltkriegen von Odessa, Krakau, Berlin, Paris bis New York begeistert und zeigt die Rolle der Frau im Kontext des gesellschaftlichen und politischen Wandels dieser Zeit.

Außerdem freuen wir uns auf die jüdisch-spanische Vokalartistin Yael Badash, die klassische Ladino-Werke neu interpretiert und die Migration aus dem Nahen Osten, Spanien und Afrika intensiv und mit unverfälschter, beweglicher Stimme in eine zauberhafte Klangwelt überführt. Ein besonderes Highlight ist das mehrfach ausgezeichnete Ein-Personen-Theaterstück „Living the dream with grandma“ des ungarischen Künstlers László Göndör. Sein einzigartige Multimediawerk zeigt ihn und seine geliebte Großmutter, wie sie während des Corona-Lockdowns in Budapest notgedrungen zusammenziehen und gemeinsam seine moderne Identitätskrise und ihr Holocoust-Trauma bewältigen.

Weitere Höhepunkte des Festivals werden der Jüdische Ball mit dem britischen Star-Ensemble She’Koyokh sein, sowie das Konzert der israelischen Rapperin Sharon im Alten Wettbüro. Ein Dokumentarfilm über die (sexuelle) Unterdrückung am Beispiel von fünf Frauen, die das patriarchale System auf ihre eigene Art und Weise durchbrechen, sowie ein Vortrag über die weltweit erste Rabbinerin und ihr Wirken im KZ Theresienstadt.

Das komplette Programm gibt es hier auf einen Blick.

 

Wir freuen uns auf zwei spannende Wochen jüdischer Kunst und Kultur!

Cornelia Vranceanu und das gesamte Festival-Team

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