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Sing, mein Sachse, sing!

— kostenfrei —

Workshop mit dem New Yorker Trompeter Frank London, der Dresdner Banda Comunale, Yuriy Gurzhy und den Bergfinken – mit anschließendem öffentlichen Auftritt.

Gemeinsam mit 40-60 Workshopteilnehmer*innen (Musiker*innen und Sänger*innen) soll vermeintlich »sächsiches Liedgut« erarbeitet, eingeübt und aufgeführt werden. Im Vordergrund werden die Geschichten hinter den Musikstücken stehen: ihre Herkunft, Wandel, ihre Privatheit oder Migration.

Montag gibts Musik! Seit vielen Jahren gibt es gibt es in Dresden montags regelmäßig Demonstrationen von rechtsradikalen, xenophoben Vereinigungen. Das wird auch am Montag dem 27.9. nicht anders sein, deshalb laden wir sie jetzt schon dazu ein, dort mit uns bei der entsprechenden Gegenveranstaltung gegen 18 Uhr ein paar Lieder des Workshops zu spielen. Den genauen Ort und Ablauf besprechen wir im Workshop. Wir freuen uns sehr, wenn ihr dort mit uns zusammen spielt!

Alle interessierten Musiker:innen und Sänger:innen können sich zum Workshop anmelden:

Fraser Russell (Projekt Koordination)
Tel: 01590 2883543
Email: anmeldung@bandacomunale.de (oder über den Anmelde-Button)
Vorname:
Nachname:
Anschrift:
Email:
Telefon Nummer:
Instrument:
Für Bläser: Brauchen Sie die Workshop Noten transponiert oder in C?

Ablauf des Workshops und weitere wichtige Informationen (PDF)

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Frank London verarbeitet seit über 30 Jahren jüdische, arabische, deutsche und us-amerikanische Volksmusik in seinen Jazz-, Rock- und Fusion-Pojekten. Sein Interesse an der Wiederentdeckung und Überführung verschollenen Liedguts ist legendär und einige Lieder haben es schon vorher ins Repertoire der Dresdner Banda Comunale geschafft.

Die Brassband arbeitet seit 2015 mit geflüchteten Musikern aus Deutschland, Polen, Russland, Syrien, Palästina, Schottland, Brasilien, Italien und dem Irak. Sie haben seitdem zahlreiche Preise gewonnen und mehr als 400 Konzerte in Deutschland und Europa gespielt. Gemeinsam mit dem Weltmusik-Star laden sie interessierten Musiker:innen und Sänger:innen zu einem Workshop und einem anschließenden öffentlichen Auftritt in der Dresdner Innenstadt ein (Überraschung!).

Die Musikstücke entwickeln sich aus einer vorherigen Recherche und werden gemeinsam mit Frank London und fünf Musikern der Banda Comunale arrangiert und bearbeitet. Das einzigartige Konzert soll zeigen, dass Volksmusik, ihr Instrumentarium und ihre Tonalität auch divers und modern sein können, dass es ein Leben von Volksliedern und Volksmusik gibt, das sehr privat ist, sich jenseits nationalistischer Vereinnahmung befindet, das wandert, migriert und sich wandelt und viele Geschichten birgt.

Durch die potentielle Bereitschaft einiger Sänger des Bergsteigerchores der Bergfinken, am Workshop teilzunehmen, erwarten wir uns eine auch vokale Umsetzung des Projektes. Mit dem Bergsteigerchor haben wir bereits ein Weihnachtsprogramm erarbeitet, das für viel Kontroverse (Sächsische Bergsteiger singen Arabisch!) aber auch ausverkaufte Konzerte gesorgt hat.

Fündig wurden sie bereits bei Herbert Lappe, der als Kind mit seinen jüdischen Eltern vor den Nazis aus Sachsen nach London fliehen musste. Seine Mutter, gebürtig aus der Steiermark, sang ihm „Und hiaz gehn ma zum Petersbrünndele“ vor. Das Lied begleitete ihn sowohl im Exil, wie auch nach der Rückkehr in Sachsen. Es ist unweigerlich mit der Vorstellung von Heimat und Zuhause verbunden. Durch seine Lebensgeschichte erfährt es jedoch eine für viele unbekannte Dimension. Die Geschichten des Lieds soll im Beisein ihrer Stifter erzählt und öffentlich aufgeführt werden.

Bis dahin suchen Banda Comunale und Frank London nach persönlichen, sächsischen Volksmusik-Geschichten.

  • Welches Liedgut wurde zuhause gesungen?
  • Gibt es Lieder, die mitgebracht wurden oder auswanderten, solche, die die Eltern oder Großeltern positiv mit Sachsen in Verbindung bringen, die für euch Heimat bedeuten?
  • Welche Lieder singen die, die zugezogen sind?
  • Wo kommen sie wirklich her?
Mit freundlicher Unterstützung der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Der Workshop wird gefördert durch die Buhmann-Stiftung und das Lokale Handlungsprogramm für ein vielfältiges und weltoffenes Dresden (LHP)
Sep 26 2021

Details

Datum: 26. September
Beginn: 12:00 - 19:00
Veranstaltungs- kategorie:

Venue

Theaterruine St. Pauli

Königsbrücker Platz
Dresden, 01097

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Die elfköpfige Dresdner Brass-Band „Banda Comunale“ spielt live die härtesten Töne für Blechblasinstrumente. höllenschnell, virtuos, wahnsinnig... Lateinamerikanische Cumbias, dreckigen Rock and Roll, Funk, Ska, rumänische Čočeks, Afrobeat und Orientalisches aus hundert&zehn Fingern und elf Hälsen. www.bandacomunale.de

Grammy-Gewinner Frank London – bekannt unter anderem von den Klezmatics – wird in diesem Jahr als artist in residence zentraler Künstler der Jüdischen Woche sein und in mehreren Solo- und Kooperationsprojekten auf und neben der Bühne stehen. Er spielte beispielsweise mit John Zorn, LL Cool J, They Might Be Giants, David Byrne oder Mark Ribot und ist auf über 100 Alben zu hören. Frank London arbeitete mit dem palästinensischen Violinisten Simon Shaheen, unterrichtete Jüdische Musik in Kanada, auf der Krim und den Catskills und produzierte CDs für die Gypsylegende Esma Redzepova und den algerischen Pianisten Maurice El Médioni. Er war Gast in HBOs „Sex and the City“, auf dem North Sea Jazz Festival und dem Lincoln Center Summer Festival. Außerdem ist Frank Mitbegründer der Les Miserables Brass Band und Klezmer Conservatory Band.

 Mit seinen Klezmer Brass Allstars und den Klezmatics erweckt Frank London die unfehlbare musikalische Ekstase und damit das Erbe jiddischer und osteuropäischer jüdischer Musik zu neuem Leben.