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Premiere – Walter Kaufmann – Welch ein Leben!

Nach ihrem weltweit beachteten Dokumentarfilm „Wir sind Juden aus Breslau“, der u.a. die Ehrenmedaille der Europäischen Kulturhauptstadt Wroclaw 2016 erhielt widmet sich der neue Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies dem schillernden Leben des jüdischen Schriftstellers Walter Kaufmann, der kurz nach Fertigstellung des Films am 15.4.2021 im Alter von 97 Jahren in Berlin gestorben ist. Seit seiner Jugend schlägt sich Walter Kaufmann auf die Seite der Verfolgten und Entrechteten dieser Erde. Seine Abenteuerlust ist Ausdruck eines wachen Geistes, der die Welt mit eigenen Augen erfassen will. Es ist eine seltene letzte Gelegenheit für junge und ältere Zuschauer, die Welt aus der Perspektive dieses Zeitzeugen vermittelt zu bekommen.

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Im Leben Walter Kaufmanns spiegeln sich auf außergewöhnlichste Weise weltweit bedeutende Ereignisse, Katastrophen, Erschütterungen des letzten Jahrhunderts, die bis in unsere Gegenwart wirken: die katastrophalen Folgen des Nationalsozialismus, die Bürgerrechtsbewegung in den USA, der legendäre Prozeß gegen Angela Davis, die Erlebnisse in Kuba, die Auswirkungen des Atombombenabwurfs in Japan, die unendliche Geschichte der israelisch-palästinensischen Auseinandersetzung, der Zusammenbruch der DDR, die Wiederkehr nationalistischer, antisemitischer Strömungen in Deutschland.

1924 kommt er als Sohn namens Jizchak der armen, jungen polnischen Jüdin Rachel Schmeidler in Berlin zur Welt. 3 Jahre später adoptiert ihn ein wohlhabendes Duisburger Ehepaar. Im Gegensatz zu seinen Adoptiveltern Johanna und Sally Kaufmann konnte Walter Kaufmann der Vernichtung durch die Nazis entkommen, rettete sich als Jugendlicher mit einem Kindertransport nach England. Wurde dort interniert und mit dem berüchtigten Schiff „Dunera“ von den Engländern nach Australien verfrachtet, wo er noch fast zwei Jahre in einem Internierungslager verbringen mußte. Er wurde australischer Soldat, Hochzeitsfotograf, Seemann und später preisgekrönter Schriftsteller. Bewußt entschied er sich Mitte der 50iger Jahre für ein Leben in der DDR. Er behielt seinen australischen Paß, durfte als Journalist und Schriftsteller ausreisen und verarbeitete diese Erfahrungen in zahlreichen Reportagen und Büchern, die in der DDR in extrem hohen Auflagen erschienen. Von 1985 bis 1993 stand er als Generalsekretär dem PEN-Zentrum vor. Hochrangige Auszeichnungen wie der Fontane-Preis, der Heinrich-Mann-Preis sowie der Ruhrgebiet-Literaturpreis wurden ihm zugesprochen.

Der Film wandelt auf den Spuren seiner Lebenswege an internationalen Schauplätzen: USA, Kuba, Australien, Japan und Israel. In Deutschland sind die Filmstationen Berlin, wo er seit 1956 lebt, Duisburg, wo er seine Jugend erlebte und Born am Darß, wo er die Sommermonate verbringt.

Länge: 101 min.

 

Okt 14 2021

Details

Datum: 14. Oktober
Beginn: 19:00
Eintritt: 7.50 € – 8.50 €
Veranstaltungs- kategorie:

Venue

Programmkino Ost

Schandauer Straße 73
Dresden, 01277

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Phone:

0351 31 03 782

Die beiden Regieseur:innen Karin Kaper und Dirk Szuszies werden an diesem Abend zum Publikumsgespräch vor Ort sein.

Beide gründeten zusammen Mitte der 80iger das ZATA Theater und waren als Schauspielerin, Regisseur und Autor bis Ende der 90iger Jahre im freien Theaterbereich in München und Berlin tätig. Seit 2000 widmen sie sich hauptberuflich der Produktion und dem Eigenverleih von Dokumentarfilmen.

Der erste und einzige Kinodokumentarfilm über das Leben von Walter Kaufmann mit dem Titel „Walter Kaufmann – Welch ein Leben!“ entstand in Zusammenarbeit mit "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" und dem Internationalen Auschwitz Komitee.