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Reut Shemesh – Cobra Blonde

Den Abschluss der Retrospektive bildet am Sonntag, noch einmal Mal COBRA BLONDE. Darin nimmt Shemesh die Tradition des deutschen Gardetanzes unter die Lupe und untersucht die Repräsentation weiblicher Tänzerinnen – hier in der Rolle der Funkenmariechen – im Kontext folkloristischer rheinischer Karnevalsfeiern.

Zwischen dem 7. und 10. Oktober 2021 wird das Publikum Gelegenheit haben, sich der künstlerischen Handschrift Shemeshs aus verschiedenen Blickwinkeln anzunähern. Insgesamt drei choreografische Bühnenarbeiten werden in HELLERAU zu sehen sein. Vervollständigt wird dieses Künstlerinportrait neben Workshops mit Schulklassen und Trainings für die lokale Szene durch zwei Videoinstallationen.

Bereits am Donnerstag eröffnet HELLERAU im Großen Saal mit ATARA, ein Stück, das Reut Shemesh 2019 während ihrer Residenz im Hamburg entwickelte und das aus Perspektive orthodoxer und säkularer Jüdinnen die Rolle der Frau und weiblicher Sexualität innerhalb unterschiedlicher gesellschaftlicher Lebenswirklichkeiten befragt. Shemesh selbst wuchs in Koexistenz dieser beiden kaum miteinander zu vereinbarenden Lebensweisen auf: eine Hälfte der Familie erzog sie säkular, die andere orthodox. 2020 wurde ATARA zur Tanzplattform Deutschland eingeladen.

Am Samstag gab es Gelegenheit, ein double feature zu erleben: Mit LEVIAH kam 19 Uhr ein dunkles, persönliches, vulnerables und mutige Duett auf die Bühne, mit der Reut Shemesh ihre Zeit beim israelischen Militär reflektiert. Prämiert mit zahlreichen Auszeichnungen, u.a. dem Kölner Tanz- und Theaterpreis 2017, markiert diese Arbeit ihren choreografischen Durchbruch: ein Stück über Israel, Gewalt und beschädigte Weiblichkeit.

Auf LEVIAH folgte um 21 Uhr im Großen Saal COBRA BLONDE. Darin nimmt Shemesh die Tradition des deutschen Gardetanzes unter die Lupe und untersucht die Repräsentation weiblicher Tänzerinnen – hier in der Rolle der Funkenmariechen – im Kontext folkloristischer rheinischer Karnevalsfeiern.

Neben diesen drei Bühnenarbeiten wird das Portrait der Künstlerin Reut Shemesh ergänzt um zwei Videoinstallationen, die ebenfalls in Räumlichkeiten des Festspielhauses sowohl vor als auch nach den Stücken zu erleben sind. Let’s catch Tigers (2013) ist eine Ode an acht ältere jüdische Frauen, deren Lebensfreude und Unabhängigkeit durch choreografierte Bewegungen und Tänze von einer Kamera, die den Protagonistinnen sehr nah kommt, eindrucksvoll eingefangen wird, während in Wildwood Flowers (2015) ein ebenfalls rein weiblicher Cast erratische und befremdende Tänze mit Gesichtsmasken aus Papier vollführt und sich dabei physisch wie emotional in Extremzustände bringt.

Fernsehbeitrag über Reut Shemesh – Mutig Sinnlich Radikal (4min.)

Okt 10 2021

Details

Datum: 10. Oktober
Beginn: 15:00
Eintritt: 8 € – 17 €

Venue

HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste

Karl-Liebknecht-Straße 56
Dresden, 01109

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Schedule

  • Do, 07.10.2021 20 Uhr / ATARA
  • Do, 7.10.2021 21:15 Uhr / Eröffnungsgespräch mit Reut Shemesh und Rabbiner Avika Weingarten / Moderation: Avery Gosfield
  • Fr, 08.10.2021 20 Uhr / LEVIAH
  • Sa, 09.10.2021 19 Uhr / LEVIAH
  • Sa, 09.10.2021 21 Uhr / COBRA BLONDE
  • So, 10.10.2021 15 Uhr / COBRA BLONDE
  • Die Installationen „Wildwood Flowers“ und „Let’s catch Tigers“ werden jeweils vor und nach den Stücken kostenfrei zugänglich sein: / Do & Fr 19 – 22 Uhr / Sa 18 – 22 Uhr / So 14 – 17 Uhr
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Anlässlich des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wird HELLERAU Europäisches Zentrum der Künste in Kooperation mit der Jüdischen Woche, über vier Tage ein Portrait der israelischen Choreografin und Künstlerin Reut Shemesh präsentieren. Die aus Tel Aviv stammende, in Köln lebende Künstlerin beschäftigt sich mit den Besonderheiten ihrer Heimat, mit Frauenbildern und Geschlechterrollen in orthodox jüdischen und nicht-religiösen Kontexten. HELLERAU präsentiert drei Bühnenstücke und zwei Videoarbeiten, bietet Workshops und Artist Talks an.

Das Stück ATARA befragt aus Perspektive orthodoxer und säkularer Jüdinnen die Rolle der Frau und weiblicher Sexualität innerhalb unterschiedlicher gesellschaftlicher Lebenswirklichkeiten. LEVIAH zeigt ein dunkles, persönliches, vulnerables und mutiges Duett, mit dem Reut Shemesh ihre Zeit beim israelischen Militär reflektiert. In COBRA BLONDE nimmt die Choreografin die Tradition des deutschen Gardetanzes unter die Lupe und untersucht die Repräsentation weiblicher Tänzerinnen – hier in der Rolle der Funkenmariechen – im Kontext folkloristischer rheinischer Karnevalsfeiern.

Reut Shemesh erhält 2021-2023 die „Spitzenförderung Tanz“ des Landes Nordrhein-Westfalen und ist vom tanz magazin 2019 als „Hoffnungspreisträgerin“ des Jahres ausgezeichnet worden.