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Venedig – Sicherer Hafen

Vortrag von Avery Gosfield

Obwohl das Ghetto von Venedig zweifellos eine repressive Maßnahme war, war es einer der wenigen Orte in Europa, an denen Juden das Recht hatten, ihre Religion offen auszuüben und in (relativem) Frieden zusammenzuleben. Aus diesem Grund wurde es zu einem Anziehungspunkt für die Einwanderung von Juden aus ganz Europa und darüber hinaus.

Diese verschiedenen „jüdischen Nationen“ – die Spanier (zu denen Portugiesen, Nordafrikaner, Türken, Griechen und Albaner gehörten), die Deutschen (zu denen Polen und Russen gehörten) und die einheimischen italienischen Juden, die älteste ethnische Minderheit Europas – lebten auf engem Raum zusammen und schufen einen lebendigen, teils explosiven, kulturellen Mix. Dieser Mischmasch wurde durch den ständigen Austausch mit der italienischen Mehrheitsbevölkerung noch bereichert.

Die Veranstaltung ist kostenfrei – wir freuen uns über eine Spende.

Foto: Matthias Kunisch

Nov 14 2022

Details

Datum: 14. November
Beginn: 19:00 - 20:30
Eintritt: Kostenlos
Veranstaltungs- kategorie:

Venue

Jugend- & Kulturprojekt e.V.

Hechtstraße 17
Dresden, 01097

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Die in Philadelphia geborene Avery Gosfield lebt mittlerweile in Dresden und Mailand. Mit ihrer Mittelalter-Renaissance-Gruppe Lucidarium hat sie über tausend Konzerte in ganz Europa und Nordamerika gespielt und gilt als eine der führenden Expertinnen für frühe jüdische Musik.
Sie hält Vorträge sowie Workshops in ganz Europa und Nordamerika. Gosfield, die über die Klanglandschaft des venezianischen Ghettos im 16. Jahrhundert promoviert, ist seit 2020 Leiterin der Jüdischen Woche Dresden. Im Jahr 2021 war sie eine der drei Künstlerinnen, die zum ShUM Artist in Residence ernannt wurden, mit einem Projekt mit dem Titel "Ritual Echoes" eine musikalische Aufführung, die von dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden rituellen Bad (auf Hebräisch "Mikve") in Speyer inspiriert ist.